Dittmar Vonau, 10.03.2017

Soljanka 3 €, 11:30 Uhr. Noch eineinhalb Stunden bis zum Termin bei der Rentenberatung. Einfach aufs Geratewohl ist er hingefahren. Der Warteraum proppenvoll. Heute Vormittag geht es schlecht. Um 13:00 Uhr, da hätte jemand abgesagt, lächelt ihn die junge Frau an.

Die zwei Stunden Wartezeit betrachtet er als Geschenk. Lange Zeit hat er es nicht hinbekommen einfach Zeit für sich zu haben.

Dittmar Vonau, Dezember 2008

Diese wahrlich nicht überraschende Erkenntnis war es, die mir auf Schritt und Tritt treu zur Seite stand und diesen Platz immer noch einnimmt. Es verändert sich nichts!

Sollte ich allen Ernstes darüber nachdenken und mir den Kopf zermartern oder gar die Laune verderben. Ist es nicht besser, einfach den weiten Umhang des Lebens auf der Rechten oder der Linken mit einer leicht schwingenden Armbewegung weit zu öffnen, um abzudecken, was unerwünscht?

Dittmar Vonau, Sommer 2008 – Dezember 2010

Unser Land versinkt in einer abartigen Form von Unruhe, die mich an eine ältere Dame auf einer großen Wiese erinnert. Die sich um ihre eigene Achse drehend, ansonsten still verharrend, ihren Hund im Kreis um sich rennen lässt, befriedigt nach Haus kommt und sich so richtig ausgetobt fühlt.

Dittmar Vonau, Juni 2007

Alles noch so Schwierige und Belastende, was das Leben so mit sich bringt, ist nichts gegen das, was zu allen Zeiten die Massen, uns, wie Weihnachtsgänse benutzt und ausgenommen hat: Machtgier! Könige, Fürsten, Herrschende aller Schattierungen ebenso wie gewählte Politiker, alle verbindet sie eines: Die Gier nach Macht - die ihnen die Sicht auf uns, das Volk vernebelt.

Dittmar Vonau, April 2011

Unser Leben gleicht der Fahrt in einer riesigen überdimensionalen Zentrifuge. Wobei noch nicht genau geklärt ist, warum und wodurch diese Riesenzentrifuge ihre Geschwindigkeit erhält und unglaublicherweise sogar steigert.

Das Ergebnis der Beschleunigung unseres Lebens dagegen ist täglich, stündlich, ja in fast allen Augenblicken zu erkennen und deutlich sichtbar wahrzunehmen.

Dittmar Vonau, März 2010

Er stand am Ufer schaute auf den Fluss. Er sah die Frau. Er sah wie sie mit den Armen auf das Wasser schlug. Sah sie untergehen und wieder an der Oberfläche erscheinen. Sah ihre Bewegungen im Wasser, wie das Wasser spritzte wenn die Arme auf das Waser schlugen. Sah sie auf- und wieder untertauchen.

 Dittmar Vonau, 13. Februar 2009

Keiner konnte ihm sagen, was die Wahrheit ist und ob das, was er für die Wahrheit hielt, auch die Wahrheit war. Zu sehr hatte er das Gefühl, dass sich ihm immer und immer wieder eine neue, eine andere Wahrheit eröffnete. Ohne dass sich die Wahrheit davor gänzlich als Unwahrheit oder gar als falsch erweist. Zum Teil war sie noch wahr, aber zu einem anderen auch wieder nicht. Sie drehte sich und wandte sich.

Grünberockte... 

Der Tunesien-Urlaub war absolut. Land und Leute mit dem Auto erleben von den Tagesmühen heimkehren und bei Muttern futtern. So habe ich mir die einfache Versorgung meiner Ess-, Schlaf- und Beziehungsbedürfnisse immer vorgestellt. Nicht viel oder gar nichts dafür tun müssen - aber verwöhnt werden.

Dittmar Vonau, 05. November 2005

Es ist früh, sehr früher Morgen, 05:11 ich stehe in der Küche der Ferienwohnung Nr. 11 um mir einen Kaffee aufzusetzen, das Brötchen von gestern habe ich, die eine Hälfte mit Rindermett, die Andere mit Brie, schon belegt.